• Beitrag veröffentlicht:27. März 2019
  • Beitrags-Kategorie:Aktuelles

Mei­nungs­frei­heit stär­ken und Nut­zer bes­ser­stel­len, Urhe­ber fair und effek­tiv ver­gü­ten, Platt­for­men ein­bin­den und ver­pflich­ten – aber alles ohne Upload-Fil­ter

Auf Initia­ti­ve des CDU Gene­ral­se­kre­tärs Paul Zie­mi­ak haben sich Rechts- und Digi­tal­po­li­ti­ker der CDU Deutsch­lands sowie die Spre­cher des #cnetz haben auf Vor­schlä­ge für die natio­na­le Umset­zung des euro­päi­schen Kom­pro­mis­ses zum Urhe­ber­recht ver­stän­digt. Mit den ver­ein­bar­ten Vor­schlä­gen wol­len wir fol­gen­de Din­ge gewähr­leis­ten:

  1. Es wird in der natio­na­len Umset­zung kei­ne Upload­fil­ter­ge­ben.
  2. Wir wol­len, dass Inhal­te in der Pra­xis nicht beim Upload blo­ckiert wer­den, son­dern für die­se Inhal­te fair gezahlt wird.
  3. Autoren, Musi­ker, Künst­ler, Krea­ti­ve und ande­re Urhe­ber kön­nen ihre Rech­te am geis­ti­gen Eigen­tum wesent­lich bes­ser, kom­for­ta­bler und ein­fa­cher durch­set­zen.
  4. Nut­ze­rin­nen und Nut­zer wer­den bei der Mei­nungs­frei­heit gestärkt und sie genie­ßen eine sehr hohe Rechts­si­cher­heit.
  5. Inter­net­platt­for­men wer­den in die Pflicht genom­men. Auf Urhe­ber­rechts­ver­let­zun­gen auf­ge­bau­te Geschäfts­mo­del­le wer­den unter­bun­den. Platt­for­men müs­sen einen fai­ren Anteil ihrer Gewin­ne an die tat­säch­li­chen Urhe­ber wei­ter­ge­ben. Umge­kehrt haben dann auch die­se Rechts­si­cher­heit.

Zwei­ein­halb Jah­re wur­de auf euro­päi­scher Ebe­ne inten­siv ein Urhe­ber­recht ver­han­delt, wel­ches sicher­stel­len soll: Auch in der digi­ta­len Welt haben Autoren, Künst­ler, Krea­ti­ve, Musi­ker und ande­re Urhe­ber einen Anspruch dar­auf, dass ihr geis­ti­ges Eigen­tum geschützt wird. Unter­schied­li­che Inter­es­sen muss­ten in die­sem demo­kra­ti­schen und lan­gen Ver­hand­lungs­pro­zess berück­sich­tigt wer­den. Betei­ligt waren dabei die EU-Kom­mis­si­on, der EU-Rat und das EU-Par­la­ment. Im Febru­ar 2019 stand schließ­lich ein Kom­pro­miss. Spä­tes­tens seit­dem ent­zün­den sich teils hef­ti­ge Debat­ten an die­sem, die ins­be­son­de­re durch die Befürch­tung genährt wer­den, die neue Rege­lung wür­de den Ein­satz von soge­nann­ten Upload­fil­tern­er­fordern. In die­sem Zusam­men­hang wird ein Over­blo­cking von Inhal­ten durch die Platt­for­men befürch­tet und damit ein­her­ge­hend einer Ein­schrän­kung der Mei­nungs­frei­heit und ‑viel­falt.

Die CDU Deutsch­lands nimmt die Sor­gen und Kri­tik an die­sem euro­päi­schen Kom­pro­miss sehr ernst. Wie bei jeder Richt­li­nie der Euro­päi­schen Uni­on muss auch das neue EU-Urhe­ber­recht in natio­na­les Recht über­führt wer­den. Des­halb wol­len wir bei der natio­na­len Umset­zung des Kom­pro­mis­ses sicher­stel­len, dass es nicht zum Ein­satz von Upload-Fil­tern kommt. Zugleich wol­len wir dem Grund­satz „Leis­tung muss sich loh­nen“ fol­gend sicher­stel­len, dass Autoren und Künst­ler fair ver­gü­tet wer­den. Außer­dem wol­len wir Inter­net­nut­zern Sicher­heit geben, wenn sie im Netz Din­ge hoch­la­den, ohne befürch­ten zu müs­sen, abge­mahnt zu wer­den. Schließ­lich geht es uns dar­um, dass Platt­for­men, die bis­lang mit Wer­ken Krea­ti­ver viel Geld ver­dient haben, aber nicht an sie ange­mes­sen gezahlt haben, in die Pflicht genom­men wer­den. Gleich­zei­tig erhal­ten sie Recht­si­cher­heit.

Um die­se Zie­le zu errei­chen, macht die CDU Deutsch­lands Vor­schlä­ge für die natio­na­le Umset­zung des euro­päi­schen Kom­pro­mis­ses. Unse­re Vor­schlä­ge basie­ren im Wesent­li­chen auf fol­gen­den Ele­men­ten:

  • Für die natio­na­le Umset­zung der Urhe­ber­richt­li­nie wer­den wir fol­gen­des Modell umset­zen, das Upload­fil­ter ver­hin­dert. Unser Grund­satz ist dabei: Bezah­len statt Blo­cken. Es wird kei­ne Upload­fil­ter geben.
  • Das bedeu­tet: alle Inhal­te kön­nen hoch­ge­la­den wer­den. Unter­halb einer zeit­li­chen Gren­ze sind Uploads von Lizenz­ge­büh­ren frei. Ober­halb einer zeit­li­chen Gren­ze muss die Platt­form für urhe­ber­recht­lich geschütz­te Wer­ke, die einen digi­ta­len Fin­ger­print (Kenn­zeich­nung des Urhe­bers) haben, Lizen­zen erwer­ben. Das ist der Nor­mal­fall.
  • Alter­na­tiv kann der Rech­te­inha­ber auch auf sei­ne Rech­te ver­zich­ten oder die Löschung ver­lan­gen. Im Übri­gen gilt eine gesetz­lich ver­pflich­tend aus­ge­stal­te­te Pau­schal­li­zenz.
  • Damit hat jeder Urhe­ber die Mög­lich­keit, für sein Werk eine Ver­gü­tung zu bekom­men. Für Platt­for­men ent­fällt durch die pau­scha­le Lizenz­ver­ein­ba­rung die indi­vi­du­el­le Über­prü­fungs­pflicht auf Urhe­ber­rechts­ver­let­zun­gen vor Upload nach Arti­kel 13. Damit ent­fällt auch die Not­wen­dig­keit die­se zu fil­tern und die Gefahr eines Over­blo­ckings.
  • Pri­va­te Nut­zer wer­den in jedem Fall und im Sin­ne der Richt­li­nie von einer Haf­tung für Urhe­ber­rechts­ver­let­zun­gen bei Uploads befreit. Es gibt somit einen fai­ren Inter­es­sen­aus­gleich zwi­schen Nut­zern, Urhe­bern und Platt­for­men.
  • Recht­lich stellt das Modell der Pau­schal­li­zenz eine Schran­ke zum Urhe­ber­recht dar.

Bericht CDU

©Bild: CDU Deutsch­land