• Beitrag veröffentlicht:9. Januar 2019
  • Beitrags-Kategorie:Aktuelles

Der NRW-Innen­mi­nis­ter war Ehren­gast beim Neu­jahrs­emp­fang der CDU in Haan – und hat­te dort qua­si ein Heim­spiel.

Es war ein Besuch bei Nach­barn: NRW-Innen­mi­nis­ter Her­bert Reul (wohn­haft in Leich­lin­gen) hat­te am Abend beim Neu­jahrs­emp­fang der CDU Haan im katho­li­schen Forum gewis­ser­ma­ßen Heim­vor­teil. Ent­spre­chend herz­lich fiel der Emp­fang für den Spit­zen­po­li­ti­ker aus – aber nicht nur des­halb. Wolf­ram Loh­mar, Vor­sit­zen­der des CDU-Stadt­ver­bands, hat­te den Minis­ter schon im Vor­feld des Abends in den höchs­ten Tönen gelobt.

Es sei kei­nes­wegs selbst­ver­ständ­lich, dass ein Minis­ter, der von einer völ­lig ande­ren the­ma­ti­schen Zustän­dig­keit her kom­me, in so kur­zer Zeit so wich­ti­ge Akzen­te in sei­nem neu­en Arbeits­um­feld set­ze. Den Schritt vom Euro­pa­po­li­ti­ker zum Innen­mi­nis­ter mit beson­de­rem Augen­merk auf die Situa­ti­on der Poli­zei habe Reul „sou­ve­rän voll­zo­gen“, sag­te er im Gespräch mit unse­rer Redak­ti­on.

INFO

Poli­ti­ker mit bür­ger­li­chen Wur­zeln

Her­bert Reul wuchs in kon­ser­va­tiv gepräg­ten Fami­li­en­ver­hält­nis­sen in Leich­lin­gen auf. Von 1972 bis 1979 absol­vier­te er ein Lehr­amts­stu­di­um an der Uni­ver­si­tät zu Köln in den Stu­di­en­gän­gen Sozi­al­wis­sen­schaft und Erzie­hungs­wis­sen­schaft (ers­te Staats­prü­fung 1979, zwei­te Staats­prü­fung 1981). Ab 1979 war Reul als Stu­di­en­re­fe­ren­dar tätig und von 1981 bis 1985 Stu­di­en­rat am Städ­ti­schen Gym­na­si­um in Wer­mels­kir­chen. Her­bert Reul ist ver­hei­ra­tet, Vater von drei erwach­se­nen Töch­tern und lebt in Leich­lin­gen.

Für Loh­mar selbst war es einer der ers­ten öffent­li­chen Auf­trit­te nach einer schwe­ren Lun­gen­ent­zün­dung, die er gegen Ende ver­gan­ge­nen Jah­res erlit­ten hat­te. Ent­spre­chend woll­te er kei­ne Rie­sen-Rede hal­ten, hob dann aber doch eini­ges her­vor, auf das man als Christ­de­mo­krat in der Gar­ten­stadt stolz sein kön­ne. „Wir haben im ver­gan­ge­nen Jahr ein gro­ßes Pen­sum an The­men geleis­tet“, sag­te er. Erst­mals seit acht Jah­ren schrei­be die Stadt nun wie­der schwar­ze Zah­len, die Wirt­schafts­för­de­rung neh­me Fahrt auf, und gleich­zei­tig wür­den wich­ti­ge Inves­ti­tio­nen in Angriff genom­men.

Als Bei­spiel nann­te Loh­mar die Men­sa der Don-Bosco-Schu­le oder den Neu­bau des Gym­na­si­ums. Da nun auch schon die Kom­mu­nal­wahl 2020 und die Wahl des nächs­ten Bür­ger­meis­ters vor­be­rei­tet wer­de, wol­le er auch ganz beson­ders Bür­ger­meis­te­rin Bet­ti­na Warne­cke (par­tei­los) dan­ken, beton­te Loh­mar am Ran­de der Ver­an­stal­tung. Die CDU wer­de sich im Rah­men eines Par­tei­ta­ges zur Kan­di­da­ten­fra­ge noch äußern, es kön­ne aber kein Zwei­fel dar­an bestehen, dass man sehr zufrie­den mit der Arbeit der Ver­wal­tungs­chefin und ihres Teams sei. Dar­aus darf man durch­aus lesen, dass Warne­cke auch für den kom­men­den Wahl­kampf die Unter­stüt­zung der Christ­de­mo­kra­ten bekommt. Mit dem Wech­sel an der Par­tei­spit­ze im Bund von Ange­la Mer­kel zu Anne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er sei nun auch deut­lich mehr Ruhe in der Gesamt-CDU zu spü­ren, fin­det Stadt­ver­bands­chef Loh­mar: „Wir spü­ren wie­der deut­lich mehr Auf­wind und Moti­va­ti­on.“

Dafür will auch der nord­rhein-west­fä­li­sche Innen­mi­nis­ter Reul mit einer Sicher­heits­po­li­tik sor­gen, die die Bür­ger bei ihren Ängs­ten und Sor­gen abholt und sie ernst nimmt. „Es gibt ja immer wie­der die Dis­kre­panz zwi­schen schein­bar objek­ti­ver Sicher­heit und dem Sicher­heits­ge­fühl der Bür­ger“, sag­te er. Genau dort müs­se man anset­zen.

Denn erst wenn sich tat­säch­lich alle auch wie­der sicher fühl­ten, sei die Auf­ga­be erfüllt: „Dafür tun wir eini­ges“, ver­sprach der Minis­ter. Ange­fan­gen bei 2500 Neu­ein­stel­lun­gen der Poli­zei in die­sem Jahr und rück­wir­kend für die zwei ver­gan­ge­nen Jah­re jeweils 2300 (je 500 Regie­rungs­an­ge­stell­te für die nächs­ten Jah­re noch nicht ein­ge­rech­net), aber auch durch eine deut­lich ver­bes­ser­te Mate­ri­al-Aus­rüs­tung ent­spre­chend den Anfor­de­run­gen wäh­rend der Ein­sät­ze. Und schließ­lich müs­se man über­all in der Öffent­lich­keit deut­lich machen, dass es in Nord­rhein-West­fa­len kei­nen Platz für Gewalt gebe, so beton­te Reul. Das gel­te für Gewalt­tä­ter im Ham­ba­cher Forst eben­so wie für rechts­ra­di­ka­le Demos oder kri­mi­nel­le Clans im Ruhr­ge­biet: „Dafür gibt es kei­ne Tole­ranz“, stell­te Reul klar.

Wie immer bei sei­nen Reden benutz­te er kein Manu­skript, sprach frei von der Leber weg. Sei­ne Spon­ta­ni­tät, da ist sich auch Wolf­ram Loh­mar sicher, hat ihm „jede Men­ge Respekt gera­de bei den unte­ren Dienst­ebe­nen der Poli­zei ver­schafft“. Reul sei kei­ner, der mit Strei­fen­po­li­zis­ten posie­re, son­dern sie dort auf­su­che, wo es ihnen wich­tig sei.

Das war deut­lich mehr als nur ein Lob für einen guten Nach­barn.

neujahr 2019

NRW-Innen­mi­nis­ter Her­bert Reul (l.) kam als Refe­rent zum Neu­jahrs­emp­fang der CDU Haan. Begrüßt wur­de er vom Stadt­ver­bands-Vor­sit­zen­den Wolf­ram Loh­mar.

© Foto: Köh­len, Ste­phan (teph)

Quel­le:RP-Online — von Peter Cle­ment